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Bewertung von Lebensformen

Das Leben in einem „nicht entwickelten“ Land hat ganz andere Qualitäten als in einem „entwickelten“ Land. Wir meinen das bewerten zu können ohne die andere Seite erlebt zu haben, aber das ist unmöglich. Das Leben in einem „nicht entwickelten“ Land ist sehr viel ungeregelter, sehr viel natürlicher, menschlicher und echter als in einem „entwickelten“ Land. Außerdem ist es eine Lebensform welche möglich ist für alle Menschen, ohne unsere Erde zu ruinieren, und ohne die Notwendigkeit einer ausgeschlossenen Gesellschaft, welche den Wohlstand weniger Menschen produzieren muss.

Im Leben der „unterentwickelten“ Länder (und ich meine ohne die reichen in der Stadt dieser Länder) macht alles Sinn, ohne dass man vorher davon durch Bildung überzeugt werden muss. Die meisten gingen nie zur Schule, aber haben dennoch viel praktisches Wissen und Können, und sie leben fürs Leben und die Familie sowie Freunde füreinander, nicht jedoch für das Geld. Das Leben ist dort etwas sehr schönes, durch seine Einfachheit, und keiner meint er sei wichtiger als die anderen um ihn herum. So teilen die Menschen alles was sie haben miteinander, ohne zu denken dann haben sie nichts mehr für sich, denn der Wert des Lebens kommt durch die Gemeinschaft.

In den „entwickelten“ Ländern glauben die Menschen alles besser zu wissen. Sie meinen dies, da sie durch eine ganz bestimmte Bildung ein sehr eingeschränktes Denken erreicht haben, welches ihnen sagt dass man in Wohlstand leben muss um glücklich zu sein, dass man verkonsumieren muss um sich zu definieren, dass das Leben in den „nicht entwickelten“ Ländern zu verachten ist, und dass sie letztendlich nur für Geld leben. Ihr Leben basiert darauf, dass es andere Völker gibt, welche sie ausnutzen und ausbeuten, um den übernatürlichen Reichtum und Konsum sicherzustellen, denn dieser Konsum und Reichtum ist nur möglich für eine Minderheit, da die Ressourcen dafür nicht ausreichen, und selbst dann ruiniert er letztendlich unsere Erde.

Wir müssen davon wegkommen, den Lebensstandard der „entwickelten“ Länder zu beanspruchen, um in Zukunft weiter bestehen zu können ohne in einem Kampf oder Krieg aller gegen alle zu enden. Dieser Lebensstandard der uns blind und zu Robotern (Dienern) des Geldes macht. Wir müssen erkennen, wie viel schöner und echter das Leben ohne diesen Lebensstandard ist, und ohne die Angst diesen nicht zu haben. Die armen der „entwickelten“ Länder haben dies nicht, denn sie sind verdorben durch den Glauben nur durch den Konsum zu bestehen. Aber dort wo es die reichen und die Vortäuschung von Notwendigkeiten nicht gibt, dort wird das Leben auf eine natürliche (einfache) weise sehr schön, und die Menschen sind dort auch viel freier im Verhalten, welches nicht vorgeschrieben ist, man lebt wie man fühlt, und das Gefühl ist nicht falsch und verdorben und egoistisch wie bei uns.

Z.B in Papua leben noch heute viele Menschen in einer Kultur, in welcher es nicht darum geht dass der einzelne überlebt, sondern in ihrem Bewusstsein ist es nur wichtig dass die Familie (das Dorf) weiter besteht. Sie haben nicht das selbst bezogene Bewusstsein wie wir es haben. Sie Leben in Häusern hoch oben in den Baumkronen und essen nur was sie im Wald finden. Wenn jemand von einer anderen Insel zu ihnen kommt (und selbst wenn er aus dem gleichen Land kommt), so ist er ihnen sehr fremd, sie verstehen nicht was er bei ihnen will oder warum er in ihr Gebiet kommt. Wenn sie länger kein Essen finden, dann beschliessen sie welches Familienmitglied sie essen, und das können in drei schlechten Monaten 8 Menschen sein. Wir sehen dies als Kannibalismus, aber das ist es bei ihnen nicht. In ferner Zukunft wird bei uns selbst das Essen von Tieren als Kannibalismus gelten, aber das können wir jetzt noch nicht verstehen.

Das Leben (Lebensform) so wie in den „unterentwickelten“ Ländern ist unsere einzig mögliche Zukunft, nicht so wie es früher war, sondern wie es heute in vielen oder eigentlich den meisten Regionen der Erde ist. Man lebt von dem was lokal zur Verfügung steht, und das ist meist das was man selber oder seine Nachbarn anbauen oder produzieren, Technologie ist zwar vorhanden für Kommunikation und Transport, aber sie wird nur soweit notwendig besessen, nicht um des Status willens, und Geld hat man nur soviel wie man für das unmittelbare Leben braucht, also Essen, Schlafen unter einem Dach ohne mehr Raum als notwendig. Und die Preise sind sehr sehr viel niedriger für alles lebensnotwendige, da sie nicht durch die Raffgier der reichen Schicht wie in „entwickelten“ Ländern in extreme unrealistische Höhe getrieben wurden, sodass es sich sogar lohnt Früchte um die Welt zu fliegen.

Dieses unrealistische Leben entsteht aus dem Anspruch der uns eingeimpft wird und die Qualität des Essens wird dabei nicht besser (für den Körper), sondern nur für die Vorstellung. Außerdem vergiften wir durch unseren Anspruch die Gebiete in denen die „unterentwickelten“ Menschen leben. Wir behaupten ihnen Arbeit und Geld zu geben, aber wir nehmen von ihnen mehr als wir ihnen geben, und wir zerstören ihre Lebensgrundlage (vielleicht um sie von unserem Irrweg abhängig zu machen), ihre Felder sind vergiftet und trocknen aus. Unser Lebensstandard zerstört ihr Leben, und wenn wir ihnen ihre Lebensform zugestehen würden, dann gäbe es die Probleme in ihrer Gesellschaft nicht, wie Überbevölkerung und verslummung, denn dort wo wir es noch nicht geschafft haben die Menschen der „unterentwickelten“ Länder zu beeinflussen oder von uns abhängig zu machen, dort gibt es diese Probleme nicht.

Wir die „entwickelten“ Länder sind das Problem dieser Erde, wir sollten beginnen diese Definition von Entwicklung zu überdenken, unsere Definition von ihr ist allein Reichtum an Geld und Konsum, aber nicht an Menschlichkeit und Authentizität. Und sehr bald wird diese Definition durch viele Katastrophen (welche wir schaffen) als offensichtlich falsch sichtbar werden. Ohne Verzicht geht es nicht, und wenn wir Verzicht üben, dann werden wir entdecken wie viel wertvoller unser Leben wird, da wir dann nicht mehr für Geld leben. Wenn wir nicht freiwillig verzichten, werden wir schuld daran sein, dass die Welt in Chaos und Krieg versinkt. Nicht nur der Klimawandel (sowie Umweltvergiftungen und Waldzerstörung) wird dazu beitragen, auch der Kampf um Ressourcen und Konsumenten, was wiederum die meisten Lebensformen dieser Erde zerstört.

Aber letztendlich wird unsere Lebensform nicht weiterleben können, da sie die unrealistischste von allen ist. Wir müssen verzichten um etwas schönes auf der Erde möglich zu machen, ein Leben in Gemeinschaft ohne Krieg und endloses Leiden. Wir allein können dies tun, da es an unserer Ignoranz und Raffgier scheitert. Wir müssen auf unsere Lebensform verzichten.

 

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warum zerstören wir unsere Welt und ihre Vielfalt bevor wir versucht haben sie zu verstehen...